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  |  16. Mai 2019

Weltweiter Preisanstieg für Luxusimmobilien verlangsamt sich deutlich

Laut Knight Frank lässt die Preisentwicklung weiter deutlich nach: Vor zwei Jahren stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Luxussektor im Durchschnitt um 4,3 % pro Jahr – nun hat sich der Preisanstieg auf 1,3 % verlangsamt.

Der Prime Global Cities Index, der die Entwicklung der Preise für Luxus-Wohnimmobilien in 45 Städten weltweit abbildet, verzeichnete die schwächste jährliche Wachstumsrate seit dem vierten Quartal 2009, als die Finanzkrise die Welt fest im Griff hatte.

Obwohl die weltweite Vermögensbildung weiterhin ansteigt, hat sich das Tempo 2018 verlangsamt. In den vergangenen sechs Monaten ist der politische und wirtschaftliche Gegenwind stärker geworden. Im ersten Quartal 2019 drohte ein globaler Handelskrieg, die Brexit-Unsicherheit erreichte ihren Höhepunkt und der IWF prognostizierte, dass sich das Wachstum 2019 in 70 % der Volkswirtschaften verlangsamen würde. Berücksichtigt man nun zusätzlich die steigenden Finanzierungskosten – allein in den USA wurden die Zinsen seit Dezember 2015 bereits neunmal angehoben, was sich nicht nur auf den US-Dollar auswirkte, sondern auch auf die über 13 Währungen, die daran gekoppelt sind –, so waren ein Rückgang der Verkäufe von Luxus-Wohnimmobilien und eine entsprechende Abkühlung der Preise zu erwarten.

Allerdings gibt es Ausnahmen zu jeder Regel. „Wie wir in unserem Prime Forecast 2019 prognostizierten, setzen die wichtigsten europäischen Städte ihre überdurchschnittliche Entwicklung weiter fort: Die europäischen Märkte belegen in diesem Quartal sieben der Top-Ten-Rankingplätze“, sagte Kate Everett-Allen, International Residential Research Knight Frank. An der Spitze stehen Berlin (14 %), Frankfurt (10 %), Edinburgh (8 %) und Paris (8 %). Diese vier Städte zeichnen sich durch drei gemeinsame Schlüsselattribute aus: hohe Nachfrage nach Mietwohnungen, begrenztes Angebot an neuem Wohnraum und relative Bezahlbarkeit.

Auch Moskau (12 %) ist im Ranking aufgestiegen. In den teuersten Vierteln von Moskau wie etwa Ostoschenka wurden 2018 zahlreiche Luxusprojekte gestartet, die die Preise für Spitzenimmobilien in die Höhe schnellen ließen.

In Kanada wird der Abstand zwischen der Entwicklung in Toronto (3 %) und Vancouver (‑15 %) immer größer: Die beiden Städte trennen nun knapp 18 Prozentpunkte. Während beide Städte Steuern von ausländischen Käufern verlangen, wurde in Vancouver eine Vielzahl zusätzlicher Maßnahmen ergriffen, um Spekulationen entgegenzuwirken und der Preisinflation Einhalt zu gebieten.

An der Spitze der vier US-Städte im Prime Global Cities Index steht Miami: Die Stadt gewann im Zuge des Beschlusses bezüglich Steuerabzügen auf bundesstaatliche und lokale Steuern (SALT) deutlich an Attraktivität, was dazu geführt hat, dass immer mehr US-Steuermigranten nach Florida ziehen, da dort weder Einkommen- noch Erbschaftssteuern erhoben werden und der Körperschaftsteuersatz sehr günstig ist.

New York (-5 %) und London (-5,1 %) liegen nahezu gleichauf. Allerdings scheint der Marktzyklus in London weiter vorangeschritten zu sein, da die Zahl der registrierten Erstkäufer dort langsam zunimmt. Am 1. Juli wird in New York eine neue Villensteuer („Mansion Tax“) eingeführt. Diese Steuer, die sowohl für US-Bürger als auch für Ausländer gilt, wird gestaffelt auf Grundlage des Kaufpreises erhoben.
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